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Studie: Tether wurde benutzt, um Preis während der großen Blase Ende 2017 zu manipulieren

Das Gerücht, dass die Dollar-Token Tether die Bitcoin-Preise manipulieren, geht schon länger um. Zwei Forscher aus Texas behaupten nun, dies zu bestätigen. Dabei aber erklären sie vor allem, was viele schon wussten – nur eben ein wenig genauer und wissenschaftlicher.

Die Tether-Token sind eines der Dinge, die vielen in der Krypto-Szene ein Unbehagen bereiten, weil sie wie ein Damoklesschwert über den Märkten hängen.

Es handelt dabei um Token auf der Bitcoin- oder Ethereum-Blockchain, die laut Angaben der Tether Ltd., einer Firma mit Sitz auf den britischen Virgin Islands, durch Dollar auf einem Bankkonto gedeckt sind. Weil die Firma aber weiterhin einen Beweis schuldig bleibt, dass es die echten Dollar tatsächlich gibt, wird schon länger befürchtet, dass etwas faul ist mit den Token. Da Tether im Jahr 2017 mehr als 2 Milliarden Blockchain-Dollar erzeugt hat, die einen immer größeren Anteil des Dollar-Bitcoin-Handels tragen, könnte ein Tether-Kollaps katastrophale Folgen für die Kurse aller Kryptowährungen haben.

Zwei Forscher der Universität Austin in Texas, USA, haben sich Tether in den vergangenen Monaten vorgeknöpft. Dabei sind sie einer Theorie gefolgt, derzufolge Tether als eine Art “Falschgeld” willkürlich erzeugt werden, um den Preis von Bitcoins hochzutreiben. In dem nun veröffentlichten Paper behaupten sie, starke Hinweise für diese Theorie gefunden zu haben. Ihnen zufolge haben die falschen Tether eine große Rolle bei der Herausbildung der großen Blase Ende 2017 gespielt.

Gute und schlechte Tether

Im Kern des Papers steht eine Unterscheidung zwischen “guten” und “schlechten” Tether. Die guten Tether entstehen, weil es eine legitime Nachfrage nach ihnen gibt. Die Forscher erkennen ausdrücklich an, dass es diese geben kann. Schließlich sind Tether so flexibel wie andere Kryptocoins, aber so wertstabil wie Dollar. Für Arbitragehändler, die Werte zwischen Börsen hin und her senden, um Preisunterschiede auszunutzen, sind sie ebenso attraktiv wie für Börsen selbst, die durch Tether Dollar verarbeiten können, ohne von einem Bankenpartner abhängig zu sein. Diese guten Tether entstehen durch eine Nachfrage und werden durch echte Dollar gedeckt.

Die schlechten Tether hingegen entstehen nicht durch Nachfrage, sondern weil der Herausgeber sie auf den Markt wirft. Sie sind möglicherweise nicht oder nur teilweise gedeckt, und sie werden nicht “gedruckt”, weil Marktakteure sie benutzen wollen, sondern weil die Herausgeber dadurch eigene Ziele verfolgen. Laut den Forschern könnten dies etwa sein, den Bitcoin-Preis zu stützen oder gar zu manipulieren. Diese Theorie der “schlechten Tether” entspricht dem Gerücht, dass Tether Falschgeld erzeuge, um den Preis zu manipulieren.

Daten und Ströme

Um herauszufinden, ob Tether eher gut oder schlecht sind, haben die Forscher eine große Menge an Daten gesammelt. Sie haben die Transaktionen auf den Blockchains von Bitcoin und Tether analysiert, um die Wallets von großen Börsen zu identifizieren und damit den Fluss der Tether nachzuverfolgen. Mit einer gebräuchlichen Methode (dem Meiklejohn-Algorithmus) haben sie den Börsen BitFinex, Poloniex und Bittrex 680.000, 950.000 und 1.400.000 Adressen zugeordnet. Weiter haben sie umfangreiche Daten zu den Kursen auf den verschiedenen Börsen gesammelt.

Die Auswertung dieser Daten scheint die Hypothese der “schlechten Tether” zu bestätigen: Die Token fließen nach ihrer Erzeugung gewöhnlich zunächst zu BitFinex. Dies ist bemerkenswert, weil BitFinex und Tether personell eng verwoben sind. Die beiden Gründer von Tether sind zwei BitFinex-Manager, und die beiden Firmen hatten früher denselben Bankenpartner. Man kann hier durchaus davon ausgehen, dass eine Absprache vorliegt.

Von BitFinex aus fließen die Tether dann zu anderen Börsen, vor allem die beiden Altcoin-Börsen Poloniex und Bittrex. Diese Börsen haben keinen Bankenpartner, ermöglichen es aber dank der Tether, dass Kryptowährungen gegen Dollar-Token getradet werden. So gut wie kein Tether geht zurück, um eingewechselt zu werden, und die einzige Börse, die Tether gegen Dollar tauscht, Kraken, kommt nur für einen winzigen Anteil der Transaktionen auf.

Auffällige Muster

Beim Vergleich dieses Flusses mit dem Preis von Bitcoin entdecken die Forscher ein auffälliges Muster: Erst kommt ein Zeitabschnitt fallender Preise. Dann werden Tether in großen Mengen erzeugt. Diese fließen von Bitfinex auf andere Börsen, wo sie genutzt werden, um Bitcoins zu kaufen. Diese Aktivität hat einen erheblichen Einfluss auf den Kurs: sie hält einen weiteren Fall auf und transformiert einen Abwärts- in einen Aufwärtstrend. Dieses Muster wurde bereits im November und Dezember vielfach registriert, wird nun aber durch wissenschaftliche Daten untermauert.

Die Forscher stellen ferner fest, dass solche starken Umschwünge des Trends nur vorkamen, nachdem große Mengen Tether erzeugt wurden. Weder zuvor noch danach gibt es vergleichbare Kursbewegungen. All dies spricht, so die Wissenschaftler, sehr dafür, dass Tether nicht durch dei Nachfrage, sondern durch die Herausgeber entstehen und für Marktmanipulationen verwendet werden. Einige weitere Hinweise, wie Muster in der Stückelung von Bitcoin-Angeboten sowie von Preisabfällen am Ende des Monats, scheinen diese These erneut zu bestätigen.

Zugleich testen die Forscher auch die Gegenhypothese. Ihnen zufolge müsste eine nachfrageinduzierte Verwendung von Tether ebenfalls durch Daten erkennbar sein. Sie gehen davon aus, dass Tether verstärkt erzeugt werden, wenn sich Arbitragegelegenheiten zwischen den Börsen eröffnen – wenn also die Preise von Börse zu Börse weiter auseinanderklaffen – und dass sich bei erhöhter Nachfrage nach Tether der Preis der Token im Verhältnis zum Dollar erhöhen müsste. Beide Hypothesen können nicht bestätigt werden.

Daher schließen die Forscher ihr Paper mit dem Fazit, dass “Tether dafür benutzt zu werden scheinen, die Bitcoin-Preise sowohl zu stabilisieren als auch zu manipulieren.” Über die Folgen davon kann man derzeit nur spekulieren. Besonders erfreulich sind sie aber nicht.

Wirklich?

Die Datenauswertung der Wissenschaftler scheint zu bestätigen, dass bei Tether einige verdächtige Dinge abgelaufen sind. Allerdings muss man die Ergebnisse nicht so eindeutig interpretieren wie die Wissenschaftler oder die Tether-Skeptiker. Denn dass das Erzeugen großer Mengen Tether einem Preisumschwung vorangeht, sagt an sich noch relativ wenig darüber aus, ob es sich um “gute” oder “schlechte” Tether handelt. Schließlich könnte auch ein großer Investor in einer Phase sinkender Preise Geld auf die Bank von Tether überwiesen haben, um mit den dann erzeugten Token in großen Mengen Bitcoins zu kaufen. Dies würde exakt das Muster hervorbringen, das die Forscher festgestellt haben. Aber die Wahrheit bleibt, mal wieder, verborgen.

Das einzige, was wir derzeit mit relativer Bestimmtheit sagen können, ist, dass die Märkte an Tether glauben. Denn ansonsten würden die Token nicht den Kurs von einem Dollar halten können.

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